Wunderbar geborgen - unter Gottes Schutz

Zum Gottesdienst für die Entschlafenen in Schwarzenberg gab es eine besondere musikalische Umrahmung.

Bereits zum Anfang dieses Jahres begannen die Vorbereitungen für diesen besonderen Gottesdienst. Die Sängerinnen und Sänger des Gemeindechores, der Männerchor und die Solisten haben zusammen mit den Instrumentalisten ein Rahmenprogramm für den Gottesdienst für die Entschlafenen eingeübt. Eine wunderbare Atmosphäre in den Herzen und Seelen der Gottesdienstbesucher war der Lohn für das fleißige Üben.

Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort aus Psalm 34, 19:

"Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben."

Das Chorlied zum Gottesdienstbeginn "Meine Seele ist stille zu Gott" bestimmte die ersten Gedanken des Gottesdienstleiters. Priester Dieter Thomaka ging konkret auf diesen Satz ein und verwies darauf, dass sich das sicherlich leicht singen lässt. Aber Stillesein zu Gott ist nicht immer einfach. Das heißt Vertrauen haben, Gehorsam sein und einen demütigen, kindlichen Glauben zu bekennen. "In einer lauten Zeit, in der jeder etwas zu sagen haben will, in der mein eigener Maßstab möglichst für alle anderen Menschen zu gelten hat, sind wir Christen aufgefordet, nach dem Willen Gottes zu fragen und damit ein Vorbild in dieser Welt zu sein!" machte der Vorsteher deutlich. Heute, wie auch zu früherer Zeit, gibt es Menschen,

  • die vergessen sind,
  • die nicht verstanden werden,
  • die die Hoffnung verloren haben,
  • die ungerecht behandelt und verurteilt werden, 
  • die Schlimmes ertragen müssen.

Das alles kann zu zerbrochenem Herzen, zu zerschlagenem Gemüt führen.

Jesus versteht uns. Als wahrer Gott ist er als ebenso wahrer Mensch auf diese Erde gekommen und hat genau das erlebt, was Menschen erleben müssen. Deshalb versteht er uns und bietet seinen Schutz an. Um Gottes Schutz zu erhalten muss man die Hilfe des Herrn erbitten und annehmen. Die demütige Erkenntnis, dass die Gnade benötigt wird, um errettet zu werden, ist Basis des Gottvertrauens. Das gilt nicht nur den Menschen, sondern genauso auch den Seelen, die bereits im Jenseits sind. Um das Gnaden- und Hilfsangebot Gottes zu erhalten, ist es Voraussetzung, sich vertrauensvoll und demütig an den Herrn zu wenden und die Barmherzigkeit Gottes in den Sakramenten zu suchen.

"Denken wir auch an solche Seelen, wo alte Menschen gemeinsam freiwillig aus dem Leben geschieden sind. Das bewegt mich heute morgen ganz besonders!" so Priester Holger Thomaka am Ende seiner Co-Predigt. "Da geht es nicht um Verurteilen oder Schuldzuweisung. Das steht uns gar nicht zu. Wir wollen fürbittend Liebe und Verständnis zeigen."

Manchmal meint man, da besteht keinerlei Hoffnung mehr und gibt auf. Aus Menschensicht ist das sicherlich richtig. Lukas 7, 11-15 beschreibt die Begegnung Jesu in der Stadt Nain mit der trauernden Witwe, die hinter dem Sarg ihres einzigen Sohnes zum Grabe ging. Jesu jammerte dieser Anblick und er tröstete die Frau. Er machte aber auch ihren Sohn wieder lebendig, weil er das zerbrochene Herz der Witwe sah. "Wir Menschen können das nicht, aber es mag uns als Christen eine freudige Aufgabe sein, immer wieder fürbittend für Seelen mit zerbrochenem Herzen und zerschlagenem Gemüt einzutreten, auch wenn keine Hoffnung zu sein scheint." beendete der Vorsteher die Predigt.

Weitere musikalische Beiträge umrahmten das besondere Fürbittgebet und am Ende des Gottesdienstes setzte der Männerchor mit dem Lied "Warum sind der Tränen" einen markanten Schlußpunkt.